„Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Weshalb werde ich immer noch auf meinen Migrationshintergrund reduziert?“, fragt mich Gülsüm Serdaroğlu.  „Weshalb bin ich für die Deutschen immer noch die Türkin, wenn ich doch sowohl türkisch als auch deutsch bin?“

Seit den frühen Sechzigern leben türkische Familien in der Bundesrepublik. Damals noch als Gastarbeiter für den Wiederaufbau Deutschlands gefeiert, sei man ihrer schnell überdrüssig geworden. „Wie, die bleiben noch?“, mimt Gülsüm einen ihrer Meinung nach ‚alten Deutschen‘. Seit dem habe man mehr oder weniger in Frieden nebeneinanderher gelebt.

Dann kamen die Terrorangriffe auf das World Trade Center und hier in Deutschland die Morde an türkischen Menschen durch NSU-Mitglieder. „Seit dieser Zeit stagniert das Verhältnis zwischen Deutschen mit deutschem Stammbaum und Deutschen mit türkischer Migrationsgeschichte nicht nur – es wurde nachhaltig gestört“, erklärt Gülsüm.

Während beide Seiten nun immer wieder betonten, wie schlecht es ihnen doch mit den anderen gehe, habe sie die Chance genutzt, um aufzuzeigen, dass es auch Menschen gebe, die sich mittlerweile emanzipiert hätten. „Wir sehen unsere verschiedenen kulturellen Hintergründe nicht als Hindernisse, sondern als Bereicherung für eine neue, deutsche und bunte Generation.“ So sei der Dokumentarfilm ‚Die neuen Deutschen – Über Menschen, Kulturen und Identität‚ entstanden.

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