Hätten Sie gedacht, dass eine gigantische, beleuchtete und auch noch begehbare Weihnachtskugel die Attraktion der Weihnachtsbeleuchtung einer mittelgroßen Stadt werden könnte? Ich gebe zu: Der Erfolg hatte sogar mich überrascht.

Es war im Frühjahr 2014, als mir die Idee einer „überdimensionalen Weihnachtskugel“ das erste Mal vorgelegt worden war. Vorwegschicken muss ich, dass ich für den Marketing-Verein Ludwigshafen seit Anfang 2011 Projektleiter der Weihnachtbeleuchtung bin. Seit 2012 arbeite in deren Rahmen mit dem Hamburger Unternehmen luminar zusammen. Dessen Inhaberin, die Diplom-Designerin Wencke Tschentscher, war es auch, mit der ich mich im Frühjahr 2014 zu einer Telefonkonferenz verabredet hatte; einziger Tagesordnungspunkt: „Wie können wir den TWL Lichterzauber im nächsten Winter sinnvoll ergänzen?“

Fast vier Stunden dauerte das Gespräch, in dem wir über leuchtende Figuren, Lichterketten und dunkle Räume diskutierten. Wir merkten jedoch beide, dass wir uns langsam aber sicher auf etwas zubewegten, das uns letztlich beide faszinieren würde. Am Ende unseres Telefonats hatten wir zumindest eine grobe Vision vom neuen Höhepunkt des Lichterzaubers: es sollte sehr groß sein, am besten einzigartig und man sollte damit optimalerweise interagieren können. Wenige Tage später erhielt ich eine E-Mail mit dem Betreff „Das ist es!“. Die Idee von der größten, begehbaren Weihnachtskugel Deutschlands war geboren.

Wird sie bei den Leuten ankommen?

Am vergangenen Montag nun wurde der TWL Lichterzauber offiziell eröffnet. In der gesamten Stadt gingen wie gewohnt die Lichter an. Und auch die Weihnachtskugel wurde zum ersten Mal angeschaltet. 20.000 LED-Lichter hüllten die weihnachtliche Konstruktion mit einem Schlag in ein schönes, warmes Licht. Davon ging ich zumindest aus. Denn von der offiziellen Eröffnung der Beleuchtung auf dem Berliner Platz bis bis zum Standort der Kugel auf dem Ludwigsplatz waren es noch rund 700 Meter zu Fuß. Zeit genug, um sich Gedanken über den Erfolg der Kugel zu machen. Hatte das Anschalten problemlos funktioniert? Wurde es von irgendjemandem wahrgenommen? Würde sie angenommen werden? Was wird die Presse schreiben? Es war bereits 18 Uhr und die Temperatur an diesem Montag merklich gefallen. Doch das interessierte mich nicht; ich wollte sehen, was auf dem Ludwigsplatz passierte. Also legte ich einen Zahn zu. Das Sternendach auf dem Platz leuchtete bereits. Auch die Fassaden der IHK und des Europa-Hotels funktionierten einwandfrei. Nur noch wenige Schritte; und dann sah ich die Kugel. Ich sah, wie sie strahlte, sah die Menschen, die davorstanden und sich mit der Kugel fotografierten. Die Presse war vor Ort. Es wurde geknipst, geschrieben, gedreht. Kinder rannten durch die Eingänge der Kugel. Eine vorbeifahrende Straßenbahn verlangsamte ihr Tempo, blieb beinahe stehen. So viel Trubel auf dem Platz. Aber dass mir ein Stein vom Herzen fiel, hörte niemand.

Den TWL Lichterzauber und die größte begehbare Weihnachtskugel Deutschlands kann man noch bis zum 24. Januar 2015 in der Innenstadt von Ludwigshafen am Rhein bewundern. Welche Attraktionen wo zu sehen sind, zeigt diese Google Maps. Einen Film über den Lichterzauber aus dem Jahr 2012 gibt es auf YouTube.