Illustrierte Bücher für Kinder gibt es in Deutschland jede Menge. Man muss nur danach googeln und findet auf Anhieb die Kinderbuch-Kataloge der großen Verlage. Genau: Kinderbuch-Kataloge. Denn jedes Jahr erscheinen neue Kinderbücher mit tollen Thematiken und wunderschön illustriert. Bei uns zu Hause war beispielsweise Mein erster Schneetag von Sam Usher ein treuer Begleiter durch den Winter. Aber auch Benny Bärentatze und das kleine Quak von Katja Reider und Tim Warnes oder Rocky Rotkäppchen von Greg Gormley und Roberta Angaramo sind immer noch hoch im Kurs. Doch so schön sie auch sind, viele dieser Bücher haben leider eines gemeinsam: Es fehlt Ihnen an Vielfalt.

Das heißt, die Bandbreite unserer Gesellschaft ist in den seltensten Fällen darin zu finden. Kein Vorwurf! Ich denke nicht, dass so etwas aus purer Böswilligkeit oder gar mit Absicht passiert. Viel mehr wurde wahrscheinlich einfach vergessen, auf diese Vielfalt Rücksicht zu nehmen. Und das ist nicht minder gefährlich. So können nämlich Vorurteile entstehen und sich Stereotypen festsetzen – völlig unbewusst. Keine gute Grundlage für Integration und Inklusion, oder? Und genau hier setzt das vielfältige Kinderbuchfestival KIMBUK an. Es will die Thematik in die Öffentlichkeit holen und kämpft dafür, dass sich die Realität unserer Gesellschaft auch in Kinderbüchern widerspiegelt: „Die Zeit ist reif für mehr Vielfalt im Kinderbuch!“

Illustration: Suse Bauer

Organisiert wird das Kinderbuchfestival KIMBUK von verschiedenen Berliner Diversity-Aktivisten, darunter Raul Krauthausen, Gründer der Sozialhelden-Projekte und Moderator der Talksendung „Krauthausen – face to face“. Das Festival findet am Samstag, 9. Juni 2018, in der Werkstatt der Kulturen in Berlin statt. Auf dem Programm stehen zum einen mehrsprachige Lesungen, Aktionen und Workshops für Kinder ab 2 Jahren. Zum anderen Panels und Workshops für Erwachsene rund um vielfältige, inklusive Kinderbücher. Eingebunden werden dabei Initiativen, die sich besonders dem Thema Inklusion, Mehrsprachigkeit, Flucht & Migration verschrieben haben. Mit dem Kinderbuchfestival KIMBUK sollen somit Kinder wie Erwachsene für mehr beiläufig erzählte Vielfalt im Kinderbuch sensibilisiert werden.

Vielfalt im Kinderbuch – ein persönliches Anliegen

Ein vielfältiges Kinderbuchfestival, wirklich eine großartige Idee. Denn Vielfalt im Kinderbuch ist auch für mich persönlich ein großes Anliegen. Nicht erst, seit der Nachwuchs in den Kindergarten geht, zeigt sich mir tagtäglich, wie wichtig eine gelebte Vielfalt für Kinder ist. Berührungsängste zu Kindern aus anderen Kulturen, mit anderen Hautfarben oder einer Behinderung? Fehlanzeige. Kein Ekel, kein Erschrecken, keine Ablehnung. Der Umgang miteinander ist so normal wie alles andere im Alltag der Kinder. Wäre es da nicht schade, wenn dieses fröhliche und gleichberechtigte Miteinander an der Kindergartentür enden sollte? Eben. Was in der Realität funktioniert, sollte doch im Kinderbuch zu Hause nicht verschwiegen werden. Aus diesem Grund unterstütze ich auch das Projekt KIMBUK sehr gerne – mit diesem Blogbeitrag und auch finanziell.

Denn ohne finanzielle Unterstützung ist auch ein Kinderbuchfestival nur schwerlich zu stemmen – trotz aller Ehrenamtlichkeit der Projektverantwortlich. Denn zum einen kommt auch ein Sozialprojekt nicht ohne einige Personalkosten aus (Projektassistenzen z.B.) und Speakerinnen und Speaker müssen im Zweifel auch bezahlt werden. Zum anderen fallen für die Werkstatt der Kulturen Mietkosten an. Außerdem lässt sich auch eine Öffentlichkeitsarbeit nur in Maßen kostenneutral abwickeln. Zu diesem Zweck haben die Organisatoren bei Startnext eine Seite geschaltet, ihr findet sie hier: KIMBUK – Das vielfältige Kinderbuchfestival.

Ihr seht: eine echt tolle Sache. Ich freue mich daher, wenn ihr das Projekt auch unterstützen würdet.