Melodien italienischer Filmklassiker von Nino Rota bis Ennio Morricone, gespielt von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, sind der kulturelle Höhepunkt des diesjährigen Klassik-Open-Airs der Sparkasse Vorderpfalz auf dem Ludwigshafener Stadtfest am 13. Juli. Der Eintritt ist frei.

Das Ludwigshafener Stadtfest zählt mit über 230.000 Besuchern zu den größten Open-Air-Erlebnissen der Metropolregion Rhein-Neckar. Drei Tage lang, in diesem Jahr vom 11. bis 13. Juli, verwandelt sich die Innenstadt der Rhein-Metropole in eine Festmeile mit Sport, Kultur, Gastronomie und mehr als 60 Stunden Live-Musik auf drei Bühnen. Der bunte Mix für alle Altersklassen gilt als der besondere Reiz des beliebten Familienfestes.

Kultureller Höhepunkt des Stadtfestes ist das Klassik-Open-Air der Sparkasse Vorderpfalz auf dem Platz der Deutschen Einheit. Am Sonntag, 13. Juli, um 16 Uhr, präsentiert dort unter freiem Himmel die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Melodien italienischer Filmklassiker – unter anderem von Nino Rota und Ennio Morricone.

Filmmusik von Rota und Morricone

Seine bekannteste Filmmusik schrieb der Italiener Nino Rota für die Mafia-Trilogie „Der Pate“ von Francis Ford Coppola, für die er sowohl mit den Grammy Awards (1973), dem Golden Globe (1975) und einem Oscar (1975) ausgezeichnet wurde. Geboren wurde Rota 1911 in Mailand, wo er bereits mit acht Jahren erste Stücke komponierte und als musikalisches Wunderkind galt. Obwohl sich Rota sein Leben lang als „klassischer Komponist“ sah, ließ er sich 1932 beim Besuch des Curtis Institute in Philadelphia (Pennsylvania, USA) von den großen Hollywood-Filmen und der Musik George Gershwins fesseln. Fortan wurde er vor allem als Verfasser von über 150 Filmmusiken bekannt, insbesondere für Luchino Visconti („Weiße Nächte“), Lina Wertmüller („Liebe und Anarchie“) und Franco Zeffirelli („Romeo und Julia“)  sowie für Federico Fellini („La dolce vita“), mit dem er ab 1952 und bis zu seinem Tod 1979 zusammenarbeitete.

Der Name von Ennio Morricone wird vornehmlich mit dem Filmgenre des Italo-Western in Verbindung gebracht. Die bekanntesten Filmmelodien aus der Feder Morricones dürften dabei die Themen zu „Spiel mir das Lied vom Tod“  und „Mein Name ist Nobody“ von Sergio Leone sein. Aber auch die Filmmusiken zu Leones „Zwei glorreiche Halunken“ und für Giuseppe Tornatores Film „Cinema Paradiso” haben hierzulande eine große Bekanntheit. Stilbildend wirken Morricones Filmmusiken insbesondere durch ihre ungewöhnlichen und für den Wilden Westen typischen Soundelemente wie Kojotengeheul Maultrommeln, Pfiffe oder Peitschenknallen. In mehr als vierzig Jahren künstlerischen Schaffens schrieb der 85-Jährige über 500 Filmmusiken und arbeitete dabei mit namhaften Regisseuren zusammen. 2007 erhielt Morricone den Oscar für sein Lebenswerk.

Auf dem Ludwigshafener Stadtfest dirigiert Adrian Prabava die Staatsphilharmonie. Der junge Dirigent aus Indonesien gewann 2005 den 2. Preis beim renommierten Concours International de Jeunes Chefs d’Orchestre de Besançon. Dieser Erfolg bescherte ihm den großen Durchbruch, durch den er internationale Beachtung erhielt. Von 2006 bis 2008 war er musikalischer Assistent von Kurt Masur beim Orchestre National de France in Paris und tritt seither mit namhaften Orchestern in ganz Europa auf.

Traditionsreiches Konzertorchester

Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ist eines der profilierten und traditionsreichen deutschen Konzertorchester. 1919 im pfälzischen Landau gegründet, hat sie sich durch ihre Klangkultur und vitale Interpretation international einen Namen gemacht. Ihre außerordentliche stilistische Bandbreite reicht von der großen Sinfonik über Musiktheaterproduktionen bis hin zu Filmmusik- und Stummfilmprojekten.

Standen in der Anfangszeit des Orchesters so berühmte Künstlerpersönlichkeiten wie Richard Strauss oder Ernst Boehe am Pult, waren für ihre weitere Entwicklung Chefdirigenten wie Christoph Eschenbach, Leif Segerstam – heute Ehrendirigent des Orchesters –, Bernhard Klee, Theodor Guschlbauer und Ari Rasilainen prägend. Seit Sommer 2009 trägt Karl-Heinz Steffens als Generalmusikdirektor und Chefdirigent die künstlerische Verantwortung für die Staatsphilharmonie. Besondere Impulse setzte seine Initiative zu dem mehrjährigen Zyklus „Beethoven und das 20. Jahrhundert“ und dem bundesweit beachteten „RING Halle Ludwigshafen“, der aus Anlass des 200. Geburtstages von Richard Wagner in Koproduktion mit dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen und der Oper Halle entstand. Auch das ambitionierte Metropolregion Sommer Musikfest MODERN TIMES zum Spielzeitbeginn mit Schwerpunkt auf Musik des 20. Jahrhunderts sowie die Sommerresidenz des Orchesters in Speyer entstanden unter Steffens‘ Ägide und bringen alljährlich Musikfreunde aus der Region und gefeierte Künstler internationalen Ranges an unterschiedlichen Spielstätten zusammen.

Als Landesorchester sind die 88 Musikerinnen und Musiker der Staatsphilharmonie besonders im südlichen Teil von Rheinland-Pfalz präsent, die Staatsphilharmonie versteht sich aber auch als das Sinfonieorchester der Metropolregion Rhein-Neckar. In ihrer „Residenzstadt“ Ludwigshafen ist die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren ständiger Gast in den Konzertreihen im BASF-Feierabendhaus, eigene Abonnements bietet das Orchester im Pfalzbau Ludwigshafen und im Rosengarten Mannheim an. Von den 90 Konzerten einer jeden Saison findet der überwiegende Teil zwischen Mainz und Karlsruhe, Zweibrücken und Heidelberg statt, regelmäßige Auftritte führten die Staatsphilharmonie in die bedeutenden Konzertsäle Deutschlands und zu führenden Musikfesten. Als Kulturbotschafter des Landes reiste das Orchester zu Auslandsgastspielen in Europa, nach China, Nord- und Südamerika sowie ins Königreich Bahrain.